Als Mami eines Kindes mit AuDHS (ASS und ADHS) kenne ich die Herausforderungen aus eigener Erfahrung und musste mich etlichen Hürden stellen. Zum einen ist es der gesellschaftliche Druck, der einem immer wieder an Grenzen bringt. Zum anderen ist es das System, welches in so manchen Situationen die Transparenz verschweigt, die dafür notwendige Unterstützung viel zu oft fehlt und das Wissen über Autismus selbst bei Fachpersonen oft zu wenig vorhanden ist.
Wenn ich von Herausforderungen spreche, meine ich damit die Besonderheiten, welche ein neurodivergentes Kind mit sich bringt. Den Autismus und seine Besonderheiten zu verstehen, wissen wie man damit umgehen kann und zu akzeptieren, dass das Kind in gewissen Bereichen beeinträchtigt ist, ist nicht immer einfach.
Für die Geschwisterkinder da sein, wenn die Energie manchmal fehlt, welche durch Meltdowns geprägt wurde, ist nicht immer möglich und fordert einem stets aufs Neue heraus. Aber auch die Diskriminierung, die dem Kind wie auch den Eltern, den Weg in so manchen Situationen erschwert. Wenn z.B. das Kind sich vielleicht nicht der „Norm“ angepasst verhält, weil es durch die Reizüberflutung einfach keine andere Möglichkeit mehr hat. Und es dies in keiner Art und Weise mit Absicht macht. Man nur zusehen kann und ihm einfach zur Seite stehen und aushalten, erfordert Verständnis von allen Beteiligten, welches oftmals nicht vorhanden ist.
Denn Autismus und ADHS sind nicht sichtbar.
Die Diskrepanz zwischen dem „normalen“ Schulsetting und dem betroffen Kind ist meist enorm und die Belastung kaum tragbar. Wobei die Gesetzesgrundlage im Behindertengleichstellungsgesetz Inklusion/Integration verspricht, aber die damit verbundenen Konsequenzen weder zu ende gedacht sind, noch die nötigen Ressourcen dafür bereit stehen.
Auf dem Papier ist alles schön beschrieben, aber in Wirklichkeit kaum umsetzbar, wenn nicht die nötigen Mittel dafür vorhanden sind. Therapien führen zum Abbruch, weil die Fachpersonen nicht mehr weiter wissen und man am Schluss sowieso wieder alleine da steht und selbst einen Lösungsweg finden muss. Nicht zuletzt die administrativen Angelegenheiten, die den Alltag zusätzlich erschweren und auch da ist man auf sich allein gestellt. Ich fühlte mich oft allein gelassen und hilflos, verlor aber nie die Motivation für unser Kind einzustehen und für seine Rechte zu kämpfen.
In meiner Diplomarbeit habe ich genau diese Herausforderungen evaluiert. Das Ergebnis zeigte, dass hier nach wie vor ein grosser Unterstützungs-/Handlungsbedarf herrscht.
Für mich ist es eine Herzensangelegenheit neurodivergente Menschen sowie ihr soziales und unterstützendes Umfeld (Familiensystem, Schulsystem, Arbeitssystem…) fachgerecht zu unterstützen und zu begleiten. Ich arbeite empathisch, effizient, lösungs- und zielorientiert, zuverlässig und versuche, wenn möglich das ganze System mit einzubeziehen.
